Klinik und Poliklinik für Urologie des Universitätsklinikums Leipzig
 Universitätsmedizin Leipzig

EERPE - endoscopic extraperitoneal radical prostatectomy

  Der erste „besondere“ Schritt der Operation ist die Präparation des Präperitonealraumes beginnend mit einem 1,5 cm langen Hautschnitt rechts unterhalb des Nabels, der Darstellung und Inzision des vorderen Blattes der Rectusscheide.
Der Rektusmuskel wird stumpf auseinandergedrängt und nun der Präperitonealraum mittels Finger und einem speziellen Ballontrokar entwickelt.
     
  Dieser Ballontrokar („space maker“) drückt das Bauchfell nach unten und schafft einen Hohlraum, in den nachfolgend 5 kleine "Hülsen" (Arbeitstrokare) eingebracht werden. Dieser Raum wird durch kontinuierliche CO2-Insufflation während der gesamten Operation „entfaltet“. Durch dieses Manöver befindet man sich unmittelbar im Präperitonealraum (Becken) und kann mit der Prostatektomie beginnen. Wenn die Entfernung der Lymphknoten im kleinen Becken notwendig ist, erfolgt dies vor der eigentlichen Prostatektomie.Als erster Schritt der Prostatektomie wird der präprostatische Venenplexus (Plexus Santorini) ligiert.
     
Plus Symbol   Die folgenden Operationsschritte gleichen im Wesentlichen der klassischen (offenen) Operationsmethode. Es wird der Blasenhals eröffnet und komplett von der Prostata abgetrennt. Im Anschluß daran werden die Samenleiter durchtrenntund beide Samenblasen vollständig mobilisiert.

Als „anatomisches Fenster“ stellt sich danach die sog. Denonvilliersche Faszie, ein dünnes Häutchen zwischen Prostata und Enddarm, dar. Diese wird unmittelbar unter der Prostata eingeschnitten. Das Rektum wird danach vorwiegend stumpf abpräpariert und die seitlich verlaufenden Prostatapfeiler durchtrennt. Bei Patienten, bei denen eine potenzerhaltende Operation geplant ist, müssen hierbei die hinten und seitlich zur Prostata verlaufenden Gefäß-Nervenbündel sorgfältig geschont werden.


  Im Anschluss daran erfolgt das vollständige Absetzten der Prostata an der Harnröhre. Die Prostata mit anhängenden Samenblasen wird temporär in einen sog. Bergebeutel gelagert und am Ende der Operation mit diesem entfernt. Ein technisch anspruchsvoller Teil der Operation ist die Wiederherstellung der Kontinuität der Harnröhre (wasserdichte Anastomose). Hierzu werden durch Einzelknopfnähte die Harnblase und der Harnröhrenstumpf wieder vereinigt.

Am 4. oder 5. postoperativen Tag wird die Anastomose mittels Cystographie kontrolliert und der intraoperativ eingelegte Harnröhrenkatheter entfernt.
 
Letzte Änderung: 08.04.2015, 09:11 Uhr
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