Klinik und Poliklinik für Urologie des Universitätsklinikums Leipzig
 Universitätsmedizin Leipzig

Steinerkrankungen

Steinlokalisationen im Harnleiter Plus Symbol Steinlokalisationen im Harnleiter Die Häufigkeit von Harnsteinen (Urolithiasis) in der Bevölkerung liegt bei 2-4% mit steigender Tendenz, was u.a. auch ernährungsbedingt ist. So zählt eine hohe Eiweißzufuhr zu den potentiellen Risikofaktoren für die Bildung von Nierensteinen. Auch ein geringes Urinvolumen wird für die Entstehung der Urolithiasis verantwortlich gemacht. Die Harnsteinbildung muss jedoch insgesamt als ein multifaktorielles Geschehen betrachtet werden.

Man unterscheidet heute zwischen:

  • prärenalen (in den der Niere vorgeschalteten Organe, wie Überfunktion der Nebenschilddrüse oder Störungen in der enteralen Resorption)
  • renalen (Störungen im Nierengewebe selbst, wie renale tubuläre Azidose, idiopathische Hyperkalzurie und Zystinurie)
  • postrenalen (Epithelläsion im harnableitenden System, Stauung und/oder Infektion) Faktoren.

Symptome der Urolithiasis

Nierenultraschall mit Steinnachweis Plus Symbol Nierenultraschall mit Steinnachweis Klinisch macht sich die Harnsteinerkrankung (Urolithiasis) erstmalig meist als akutes Ereignis in Form der typischen Nierenkoliken bemerkbar. Aber auch anhaltende Harnwegsinfekte oder nachgewiesenes Blut im Urin (makro- oder mikroskopisch) sind häufig Symptome einer Urolithiasis. Die Diagnosestellung erfolgt in der Regel durch Röntgen-, Ultraschall- und Laboruntersuchung.

Metaphylaxe der Urolithiasis

Durch allgemein vorbeugende Maßnahmen (unspezifisch, von der Steinzusammensetzung unabhängig), wie vermehrte Flüssigkeitsaufnahme, Reduktion des Körpergewichtes, Vermeidung von intensiver Sonnenbestrahlung (über die Vitamin D - Aktivierung erfolgt eine Mobilisierung von Kalzium), vermeiden von Flüssigkeitsverlust durch starkes Schwitzen), diätetische Maßnahmen u.a. man kann einem erneuten Steinereignis (=Rezidivstein) vorgebeugt werden. Eine medikamentöse Prophylaxe des Rezidivsteines (=Metaphylaxe) ist bei kalziumhaltigen Steinen, Harnsäure- und Zystinsteinen möglich. Die dazu notwendige tägliche Medikamenteneinnahme wird jedoch häufig auf Dauer schlecht toleriert, außerdem kommt es bei Zystinsteinen zum Nachlassen des therapeutischen Effektes in der Langzeitanwendung.
 
Letzte Änderung: 30.06.2010, 13:07 Uhr
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