Klinik und Poliklinik für Urologie des Universitätsklinikums Leipzig
 Universitätsmedizin Leipzig

Prostatavergrößerung

Die gutartige Prostatavergrößerung (BPH)

Die gutartige Vergrößerung der Vorsteherdrüse wird lateinisch als benigne Prostatahyperplasie (BPH) bezeichnet. Sie tritt mit zunehmendem Lebensalter auf. Ca. 60% der über 50-jährigen Männer sind davon betroffen. Die Prostata ist ein normalerweise kastaniengroßes Organ, das sich am Blasenausgang befindet. Ihre Funktion besteht darin, der Samenflüssigkeit ein Sekret beizumischen, das die Beweglichkeit der Spermien verbessert. Im Alter vergrößert sich unter der Einwirkung des männlichen Sexualhormons Testosteron vor allem jener Bereich der Prostata, welcher die Harnröhre umschließt und verengt diese dadurch zunehmend.

Symptome

Die ersten Anzeichen der BPH sind eine Abschwächung des Harnstrahls, ein verzögerter Beginn der Miktion und eine verlängerte Harnblasenentleerung. Die Harnblase kann sich nicht mehr vollständig entleeren und es kommt zur sogenannten Restharnbildung. Das nächtliche Wasserlassen häuft sich ebenso, wie die Miktionsfrequenz am Tage.
Auch das „Nachtröpfeln“ nach Beendigung des Wasserlassen und ungewollte Urinabgänge können auftreten. Im extremen Fall ist das Wasserlassen gar nicht mehr möglich und es kommt zum Harnverhalt.

Ursachen

Genaue Ursachen für die gutartige Prostatavergrößerung sind noch nicht bekannt. Man nimmt an, dass es im Alter zu einer Verschiebung des Hormonhaushaltes, und damit zu einem Ungleichgewicht kommt.

Diagnostik

Die Beschwerden der Patienten werden unter anderem mit Hilfe eines standardisierten Fragebogens ermittelt.

Mit Hilfe der digital-rektalen Untersuchung kann man die Größe, Form und Konsistenz der Prostata durch den After ertasten. Eine Ultraschalluntersuchung über den Enddarm (TRUS) kann zusätzlich durchgeführt werden und ergänzt die Diagnostik sinnvoll. Eine wichtige Laboruntersuchung stellt die Bestimmung des PSA-Wertes dar. Der PSA-Wert (prostataspezifisches Antigen) kann bei Erhöhung ein erstes Anzeichen von Prostatakrebs sein. Er ist ein unverzichtbarer Bestandteil der Krebsvorsorgeuntersuchung. Eine weitere wichtige Untersuchung ist die Messung des Harnstrahles (Uroflow). Mit Hilfe des Ultraschalls kann die Menge des Restharns in der Blase bestimmt werden.
 
Letzte Änderung: 30.06.2010, 11:22 Uhr
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