Klinik und Poliklinik für Urologie des Universitätsklinikums Leipzig
 Universitätsmedizin Leipzig

Harninkontinenz

In der Urologie beschäftigen wir uns weitreichend mit Erkrankungen der Organe, die für die Produktion, den Transport, die Speicherung und den Abfluss des Urins verantwortlich sind. Dabei ist die Diagnostik und Therapie von neurogenen Blasenfunktionsstörungen, die Harninkontinenz des Mannes und der Harnblasenersatz nach Entfernung der Harnblase ein besonderer Schwerpunkt unserer Arbeit.

Neurogene Blasenfunktionsstörungen haben ihre Ursache in einer Störung der übergeordneten Steuerzentren und können sich als vermehrter Harndrang, mit und ohne Dranginkontinenz, als erschwerte Entleerung der Blase und auch als ein vermindertes Empfinden über die Blasenfüllung äußern. Die zu Grunde liegenden Erkrankungen sind vielfältig und werden meist relativ spät erkannt. Die Diagnostik umfasst eine urologische und eine neurologische Untersuchung. Neben den gängigen konservativen und interventionellen Therapien, wie der Injektion von Botulinumtoxin in den Blasenmuskel, führen wir häufig die Sakrale Neuromodulation durch. Für die Implantation derartiger Stimulationssyteme bilden wir Urologen, Gynäkologen und Koloproktologen aus.

Die Harninkontinenz des Mannes behandeln wir in den meisten Fällen operativ. Hierbei hat es sich bewährt, bei einer Inkontinenz nach Radikaler Prostatektomie in Abhängigkeit des Schweregrades und bestimmter Voraussetzungen an der Harnröhre zu prüfen, ob eine Bandoperation in Frage kommt. Ist das nicht möglich, implantieren wir einen künstlichen Schließmuskel. Diese Operationen werden bei uns regelmäßig durchgeführt.

Frauen mit einer Belastungsinkontinenz werden mittels einer klassischen Bandoperation (TVT, TOT) operiert. Bei einem Prolapsgeschehen verwenden wir bevorzugt Netzmaterialien.

Liegt ein völliger Funktionsverlust der Blase vor, muss die Entfernung der Blase und ein Harnblasenersatz erwogen werden. In Abhängigkeit der Grunderkrankung und des Patientenwunsches ist hierbei ein kontinenter Blasenersatz als sogenannte Neoblase und als Pouchblase möglich. Mit einem speziellen Programm, welches stationär beginnt, erfolgt die Konditionierung der Ersatzblase. Die Kollegen der Stomasprechstunde unterstützen dabei.

Die Ausbildung von Fisteln nach Voroperationen und Bestrahlungen bedeuten extreme Belastungen für die Betroffenen mit permanenter Inkontinenz. Hierfür werden spezielle Operationen erforderlich. Nicht nur in unserem Zentrum, auch im Rahmen des Hilfsprojektes UroAid in Afrika, versorgen wir seit einigen Jahren Patienten mit derartigen Erkrankungen.

Wir betreuen Patienten mit einer schwer therapierbaren Drangsymptomatik und mit Interstitieller Zystitis. Wichtig ist uns dabei, frühzeitig eine sich entwickelnde chronische Form zu erkennen. Hierfür untersuchen wir in unserem Labor mittels Laserscanmikroskopie die Harnblasenwand auf für die jeweilige Erkrankung spezielle Faktoren. Bei der Interstitiellen Zystitis instillieren wir Medikamente in die Harnblase zum Aufbau der Gykosaminoglykanschicht und wenden die EMDA-Therapie an.

Mit Hilfe moderner Technik ermitteln wir für unsere Patienten die individuell am besten geeignete Intervention, mit dem Ziel eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität der Betroffenen zu erreichen.

 
Letzte Änderung: 15.02.2015, 19:43 Uhr
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